Frühjahr war alles besser

Die letzte dünne Schneedecke ist endlich wässrig abgeebbt.
Unser Bedarf an Ingwer-Salbei-Sinupret für diesen Winter abgedeckt.
Die ersten dünnen Risse schlichen/ Sich in die eifrigen Gewissens
In Silvesternächten abgenickten/ Listen guter Vorsätze
Werden wir halt wieder keine super Sportcracks mehr

Dafür rücken fast polemisch/ Erste Cafébetreiber die Cafétisch-
Möbel vor den Laden, bittschön/Wollen wir heut' mal draußen sitzen?
Wenn du dich fragst, ob die blaue/ dicke Jacke mit den Daunen
Heute Mittag wirklich brauchen wirst/ Und befindest, dass du es riskierst

Wenn du bemerkst, dass du ganz ohne/ Aufraffen und Alkohole
Wieder ausgehen mit den andern magst/ Prima, Vera, die Hormone
Haben Wandertag/ Wenn du erkennst, dass Bienen summen
Und nicht nur die Türen unten/ Zwiebelprinzip meint jetzt Tulpen
Nicht mehr Leggings, Stiefel, Stulpen

Dann macht Frühling langsam, sachte/ Wieder diese eine Sache
Mit dem blauen Band, das flattert/ Fühlen wir uns fit gemacht als
Hätte Lenz Armstrong uns gedopt/ Finden wir zurück zum Flow
Schon im Geringsten/ Werden Jugendliche zu Bruce Spring-Teen

Und wir wissen, kalendarisch/Dass man am ersten Tag bald da sitzt
An dem alles viel zu warm ist/ Das Erdbeereis als Sommer-Nachtisch:
Längst schon wässrig abgeebbt/Also genießt den Frühling, carpe diem
Daran werden wir das ganze Jahr bemessen: Frühjahr, da war alles besser.

Und damit herzlich willkommen, liebe Leserinnen, liebe Leser,

ihr habt es bemerkt: Ihr haltet die Frühlingsausgabe der FreshFFM in Händen. Gut gemacht. Natürlich ist dieser Frühling der beste des Jahres: Nicht zu kalt, nicht zu warm, die Eintracht zieht in die Champions League ein (vielleicht). Und selbst für Pollengeplagte und diejenigen unter euch, die eh viel drinnen sitzen (El Chapo) bietet Frankfurt enorm viel Programm: Diese Stadt will entdeckt werden. Dafür sind wir da – mit FreshFFM möchten wir euch nicht den üblichen Eventkalender zusammengoogeln, sondern zum Stöbern einladen. Highlights im Kulturleben, Geheimtipps und die richtig ausgeflippten Untergrundkonzerte für alle, die mal raus wollen aus dem Feld der üblichen Beschäftigten.

In diesem Magazin findet ihr einen Überblick über Partys (30 Jahre Mousonturm!), Konzerte (triff mich, wie ich völlig übermäßig Laura Gibson anhimmeln werde) oder Theaterinszenierungen („Chinchilla Arschloch waswas“). Vor allem findet ihr Inspiration, den Frühling in Frankfurt zu genießen. Er ist die Jahreszeit, um sich neu zu verlieben: In andere, in sich, in die Stadt.

Viel Freude dabei!

 

Finn Holitzka

Slampoet & Moderator