Der Frankfurter Zoo

Sie essen Bananen, strecken die Zunge raus und geben komische Geräusche von sich. Die Rede ist nicht von den Tieren im Frankfurter Zoo, sondern von seinen Besucher*innen. Denn die machen unglaubliche Dinge, um die Aufmerksamkeit der Tiere zu erregen. Und es ist ein großer Spaß, ihnen dabei zuzuschauen. Doch beobachten die Äffchen, Tiger und Robben das menschliche Treiben überhaupt? Wenn ja, dann bestimmt eher skeptisch. Warum sollten sie auch den Menschen Beachtung schenken? Schließlich sind sie hier die Stars.

Für uns Frankfurter*ínnen ist der Frankfurter Zoo mehr als ein Erholungs- und Erlebnisort. Die Menschen dieser Institution stecken viel Energie, Zeit und Geld in den Erhalt der Artenvielfalt, in wichtige Forschungsprojekte und natürlich in die Tiere vor Ort. Jeden Tag kümmern sich 185 Mitarbeiter*innen um 4.652 Tiere, die wiederum 448 Arten angehören. Kein alltäglicher Job. Denn das Bürsten, Füttern, Säubern und Untersuchen der Tiere ist eine anspruchsvolle und außergewöhnliche Beschäftigung.

SO FING ALLES AN

1858 haben die Meerschweinchen und Eulen Frankfurt regiert – zumindest, wenn man den Namen der Gehege Glauben schenkt. Denn die Eulen- und die Meerschweinchenburg sorgten für einen wahren Ansturm. Und auch Affen, Strauße und Bären konnten die Premierenbesucher bei der Eröffnung des Frankfurter Zoos 1858 schon bewundern. Das Vorhaben war anfangs nicht ganz einfach gewesen. Deshalb hatten sich wohlhabende Bürger für den Bau und das Ziel eingesetzt, für die Familien der Stadt einen Ort der Erholung und Bildung zu ermöglichen. Als dann 1873 der Pachtvertrag des ersten Standortes auslief, zog der Zoo mit Mann, Maus und Mantelpavian an die heutige Bernhard-Grzimek-Allee. Der zusätzliche Raum wurde für Ideen entsprechend genutzt und zahlreiche neue Gehege sorgten für ein neues Tierpark-Gefühl. Das sollte sich leider ändern: Im 20. Jahrhundert trafen die großen Kriege nicht nur Stadt und Bevölkerung, sondern auch die Tierwelt im Ostend: Im Ersten Weltkrieg verhungerte aufgrund der Lebensmittelknappheit ein Großteil der Tiere und im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben die Anlagen und töteten nahezu alle animalischen Bewohner. Bernhard Grzimek, schon damals und bis 1987 Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, setzte sich nach dem Krieg für den Wiederaufbau ein. Auch dank seiner Entschlossenheit, seiner Tatkraft und seinen Beziehungen zu den Alliierten konnte der Zoo wiederaufgebaut werden.

UND JETZT?

Einfach im Anzug auf den dicken Bauch legen, sich treiben lassen und dabei supercool aussehen: Sorry, ihr Frankfurter Banker seid nicht gemeint, sondern natürlich die Pinguine. Sie sind die wahren Chiller unserer Stadt. Und mit der Eröffnung der stylishen und artgerechteren Pinguin-Anlage 2019 haben die watschelnden Playboys und Belladonnen des Zoos ein echt freshes Gehege bekommen. Das sind aber natürlich nicht die einzigen Anziehungspunkte für jährlich rund 870.000 Besucher*innen: 31 verschiedene Gehege und Tierhäuser wie das Exotarium, das Nachttierhaus sowie das recht neue Affenhaus oder das artgerechte Wildkatzengehege sorgen für Abwechslung und Faszination. Außerdem wurde mit dem Projekt Zookunft 2030+ die Planung von Umbauten angestoßen – für eine noch artgerechtere Haltung der Bewohner. Apropos: Neben der Aufzucht von bedrohten Tierarten sowie dem Engagement im regionalen und globalen Naturschutz sorgt der Zoo Frankfurt für die Wiederansiedlung von Tieren in freier Wildbahn und versucht im Rahmen von Führungen das Umweltbewusstsein der Besucher*innen zu schärfen. Wie man es auch dreht und wendet: Im Frankfurter Zoo haben alle eine tierisch gude Zeit!

 

PARTYLÖWEN

ABENDFÜHRUNG

24. APRIL, 29. MAI & 26. JUNI / 19:00 Uhr–21:00 Uhr

Er kämmt seine Mähne, sie schärft ihre Krallen, alle putzen sich fein raus: Am Freitag wird sich schick gemacht. Denn bevor wir durch den Großstadtdschungel tigern, spielen wir Mäuschen im Zoo! Bei den Abendführungen lernen wir einzelne Reviere ganz genau kennen. Im April schwingen wir die Keulen im Huftierrevier, im Mai singen wir mit den Primaten um die Wette und im Juni tanzen wir mit den Bären.

 

BLITZLICHTGEWITTER

FOTO-WORKSHOP MIT TIERFOTOGRAF DETLEF MÖBIUS

10. MAI / 9.00 UHR und 29.–31. MAI FÜR KINDER

„Oh Baby, mach mir den Tiger! Sehr gut! Und nun schau wie ein verschrecktes Reh! Klasse! Jetzt zeig mir deine Pranken! Fantastisch!“ Wenn Fotografen so abgehen, dann haben sie vermutlich bei Detlef Möbius gelernt, wie man im Zoo die besten Schnappschüsse einfängt. Im Mai können Kinder und Erwachsene an tierischen Fotosessions teilnehmen. Mehr Infos zur Anmeldung gibt es auf der Zoo-Website.

 

NESTHÄKCHEN

TAG DES ARTENSCHUTZES

24. MAI / 10.00 Uhr

Turteltäubchen für die Liebe oder die Weißfedrige als Symbol des Friedens? Für beschäftigte Großstädter*innen sind Tauben eher kleine freche Plagegeister. Sie können auch sehr gepflegt und zutraulich sein – wie die Socorrotaube. Leider ist diese Art in ihrer mexikanischen Heimat ausgestorben. Unser Zoo hat sie jedoch unter seine Fittiche genommen und gewährleistet die Sicherheit und Zucht der Taube und vieler anderer Arten. Über Artenschutz und das, was wir dazu beitragen können, erfahren wir heute mehr.