Museumsuferfest

So fing alles an

Bereits 1988 fand das erste Museumsuferfest statt. Und zwar zu genau der Zeit, als die Stadt am Mainufer eine Reihe alter Villen in Museen umwandelte. Das Ziel der Festivitäten: mehr Menschen für Kultur, Kunst und eben die entsprechenden Museen begeistern! Das Rezept: günstige Eintrittspreise sowie ein cooles Programm aus Musik, Kultur, Party und Verpflegung. Das Ergebnis: Die Rechnung ging auf und immer mehr Menschen begeisterten sich für das Fest und somit auch für die neuen Ausstellungen.

Zurück zum Fluss!

Das war die Devise von Künstler Harry Owens. Er verliebte sich 1990 in das Museumsuferfest und wollte aus dem Event ein spektakuläres, kulturelles Erlebnis für die Besucher machen. Dabei nutzte er ganz bewusst den Main als Bühne: Eine Aufführung von „Carmina Burana“ auf schwimmenden Inseln, ein Drachenbootrennen aus Singapur, Strohboote vom Titicacasee, Gondeln aus Venedig und Auslegerboote aus Bali. Und mit jedem Fest zog es mehr Menschen aus den Museen nach draußen ans Ufer. Da musste natürlich auch die Kunst unter den freien Himmel wandern. Gesagt, getan! Es wurde ein riesiges Freiluftatelier ins Leben gerufen. Hier wurden die Werke von internationalen Stars wie Yoko Ono ebenso präsentiert wie die von Frankfurter Künstlern oder dem kreativen Nachwuchs.

Und jetzt?

Mit der Gastronomie kam schließlich die große Sause. Und Kritik: Denn das Fest habe sich im Partyrausch von seinem intellektuellen Anspruch entfernt und die beteiligten Museen würden kaum noch eine Rolle spielen. Dass die Mehrheit der Besucher wegen des Rahmenprogrammes kommt, ist sicher nicht zu bestreiten. Dennoch ist das Museumsuferfest eines der größten und kulturell wichtigsten Events in Europa. Ob Kunst, Geschichte oder Schätze aus alten Kulturen, Klostergesang, Orgel oder DJ-Beats, Curry, Falafel oder Tapas – das Angebot an Kunst, Musik und interkultureller Küche ist so vielfältig wie nie zuvor.

2019 nehmen 25 Museen am Fest teil. Sie bieten nicht nur einen freien Eintritt, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen, wie etwa in versteckte Häuser, Sammlungen und Gärten. Auch unter freiem Himmel lässt sich weiterhin Kunst genießen, etwa am Sachsenhäuser Ufer. Dort kann man Gemälde, Skulpturen und Installationen bewundern. Und wer sich ein Stück sichern möchte, der kann etwas auf dem internationalen Künstlermarkt kaufen. Außerdem säumen 17 Bühnen und 500 Stände das Mainufer.