Palmengarten

FRÜHER

Eine finanzielle Notlage war es, die uns Frankfurtern einen Palmengarten bescherte. Und das kam so: Herzog Adolph von Nassau war ein Liebhaber exotischer Pflanzen. Stolze 200 Exemplare hatte er in seinem Schlosspark in Wiesbaden-Biebrich zusammengetragen. DANN KAMEN DIE PREUSSEN! Und ebenso wie Frankfurt wurde auch Adolphs Herzogtum annektiert. Der Adlige ohne Besitz musste umziehen. Ziel? Ihr ahnt es schon: unsere Main-Metropole. Da natürlich auch das Geld knapp wurde, musste er außerdem seine berühmten „Biebricher Wintergärten“ verkaufen. Gesagt – getan. Der Kunst- und Handelsgärtner Heinrich Siesmayer sorgte für eine sichere Reise der botanischen Gäste. In Frankfurt angekommen, halfen sie dabei, die Siesmayersche Vision von einem „Südpalast“ zu verwirklichen. Ein Hort für fremdländische Pflanzen sollte der sein, ein Treffpunkt der Gesellschaft überdies. Das hatte Heinrich Siesmayer schon in Brüssel und London bewundert. Das Interesse in der Stadt war so groß, dass es ein Leichtes war, einige gut betuchte Mitstreiter zu finden. Und die „Actien“ der am 6. August 1868 gegründeten Aktien-Gesellschaft gingen weg wie warme Semmeln! Das neue Gartenreich an der damals noch ländlichen Bockenheimer Straße wurde am 16. März 1871 hochoffiziell eröffnet. Prominenter Gast: der preußische Kronprinz.

UND HEUTE

22 Hektar Park. Ca. 9.000 Quadratmeter Gewächshäuser. Der Palmengarten ist einer der größten Gärten seiner Art in Deutschland. Und was seinen Artenreichtum betrifft, belegt er einen internationalen Top-Ten-Platz! Hier bereisen wir andere Welten, ohne das Land zu verlassen. Hier spazieren wir mal eben vom Regenwald in die Wüste und bewegen uns dabei nur ein paar Meter. Und hier bestaunen wir tropische bis subarktische Landschaften und Pflanzen und erleben die ganze Pracht immer wieder neu – manchmal sogar bei Jazzmusik oder Kerzenlichtgewitter. Hier wird die Alltagsflucht leicht gemacht.