Die Senkenberg-Gesellschaft

SO FING ALLES AN

Vier-Säfte-Lehre, Blutegelbehandlung, Rosenkränze beten: Vor dem 18. Jahrhundert steht es schlecht um die Medizin. Doch es gibt einen Frankfurter Arzt, der von den humanistischen Leitideen seiner Zeit geprägt ist. Fortschritt für alle! So ähnlich muss der Gedanke von Johann Christian Senckenberg gewesen sein, als er 1769 dem Bürgerhospital sein ganzes Vermögen vermacht. Satte 95.000 Gulden werden investiert, um kranken und mittellosen Bürgern zu helfen. Darüber hinaus werden mit der Summe zahlreiche medizinische Institute gegründet, die die Erforschung des menschlichen Körpers vorantreiben und den Aderlass in die Mottenkiste schicken. Voller Respekt für den Wissenschaftler und Philanthropen gründen namhafte Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Jahr 1816 die Senckenberg Gesellschaft. Dabei überwinden sie seit jeher Widerstände – damals zum Beispiel den Revolutionskrieg oder Unterdrückungsversuche durch die Stadt, heute unter anderem die postfaktische Verleugnung. Denn die Senckenberg Gesellschaft setzt bis heute alles daran, die Erforschung des Lebens und der ganzen Welt in all seinen Facetten zu betreiben und zu fördern. Ganz im Sinne des Gründers.

UND JETZT?

Sie wollen die ganze Welt – und zwar erforschen! Egal ob Vermehrung von Bienenbeständen in Bolivien, Artenmessung auf 4.000 Quadratkilometern des Indischen Ozeans oder ein Mordfall vor 30.000 Jahren an einem Frühmenschen im heutigen Rumänien: Die Senckenberg Gesellschaft geht den Dingen auf den Grund. Überall. Ohne die Kooperation der Senckenberg Gesellschaft mit anderen Forschungsteams und Institutionen würde sich die weltweite Forschung weitaus schwieriger gestalten. Dank ihres Einsatzes, ihrer Expertise und ihrer Leitlinien für Biodiversität ist die Senckenberg Gesellschaft immer gefragt. Doch wie viele Fundstücke – zum Beispiel Dinosaurierknochen, Käfer oder Gesteine – passen auf 6.000 Quadratmeter? Noch lange nicht genug! Um alle Wunder und Forschungsergebnisse fachgerecht auszustellen, wird das Senckenberg Museum in den kommenden Jahren auf 10.000 Quadratmeter erweitert. Und das geht nur mithilfe der unzähligen Fans: Es werden 56 Millionen Euro an Spenden für den Ausbau benötigt. Denn so kann die Senckenberg Gesellschaft im großen Stil weiterarbeiten – unter ihrem Motto „Sammeln, Bewahren und Forschen“. Unterstützt das Senckenberg Museum! Alle Spenden sind willkommen. Und alle Infos findet ihr auf folgender Seite: museumfrankfurt.senckenberg.de/de/projekt-neues-museum

MUSTEREXEMPLAR

Wenn euch die Ausstellung des Senckenberg Museums beeindruckt, dann haltet euch jetzt fest: In den Archiven lagern sage und schreibe 40 Millionen Präparate, darunter zahlreiche Holotypen. Das sind genau die Sammlungsstücke, die zur Bestimmung von Arten genutzt werden. So wie der Urmeter früher zu Längenbestimmung verwendet wurde. Diese Archive der naturwissenschaftlichen Forschung sind logischerweise nur zu ganz besonderen Anlässen der Öffentlichkeit zugänglich.

(Foto: © Senkenberg Tränkner)